Monday, 12 January 2015

Meine Wünsche für 2015

Angeregt von Ninas aka Frau Mutters schönem Post zum Thema gute Vorsätze für 2015, möchte ich auch einige meiner Gedanken, auch aus der Sicht eines Expats, zu dem Thema heute festhalten. 

Vorweg dazu: mich hat dieses Jahr, wie auch in vielen Jahren davor, noch niemand zu meinen Vorsätzen gefragt! Ich finde das super! 

Ich darf mich glücklich schätzen aus einer Familie zu kommen und jetzt in einer Familie zu leben, in denen gute Vorsätze nicht ein übermäßig hoher Wert zugesprochen wird. 

Gut, Hubby muß sich gewichtstechnisch auch nichts vornehmen, denn er hat einen beneidenswerten Stoffwechsel, der ihm erlaubt, Alles zu essen, nachdem ihm ist. 

Vielleicht liegt es auch daran, daß man als Expat, wenn man dann dazu kommt mit der 'großen Familie' (mein Begriff für alle Familienmitglieder, die nicht innerhalb von 10 Metern von mir wohnen, oder zu meinen Jungs zählen) zu sprechen, daß es andere Prioritäten gibt als die Frage, ob man es denn dieses Jahr endlich schaffen will durchgehend regelmäßig zum Fitnessstudio zu latschen. Geschweige denn, dort auch Fitness-erquickende Übungen zu machen. Oder die 5 Kilo abzunehmen, die einen schon eine Weile nerven...... (zumindest bei mir; Hubby kennt das Thema ja nicht so wirklich, siehe oben). 

Für mich, oder in meinem Kopf, sind gute Vorsätze auch immer mit einer Art Selbstgeißelung verbunden, die den meisten Menschen nicht gut tut. Es geht ja bei guten Vorsätzen nach meiner Erfahrung selten darum, sich auch gut zu finden, sondern darum, vor allem körperliche Merkmale oder schlechtes Verhalten zu ändern. Auf das schlechte Gewissen, wegen dem Rauchen oder dem in den Feiertagen verzehrtem Essen setzt ja auch die Fitness-Branche, die ihre gesamtes Werbeetat vor allem in den ersten zwei Monaten des Jahres zu verpulvern scheint. Ich gehe besonders ungerne im Januar oder Februar in unser Studio - ja wir sind auch bei einem angemeldet, aber zu meiner Verteidigung: ich finde die Yogakurse dort wirklich entspannend und gut für meinen Rücken, es hat ein Schwimmbecken, was für meinen ehemals semi-professionellen-Schwimmer-Gatten (Vielleicht muß er deswegen nicht schauen, was er ißt?) und mich wichtig ist, und, als krönenden Abschluss, eine tolle Creche. 

All das heißt nicht, daß wir in meiner 'kleinen Familie' alle auf der Stelle scharren und uns nicht 'weiterentwickeln', wie es so schön bei persönlichen Wachstumsthemen heißt, aber ich frage mich, vor allem nach unseren letzten paar Jahren: bringt das Leben nicht auch so schon genug Möglichkeiten mit sich, die uns herausfordern, unsere Grenzen zu erweitern, einen anderen Blickwinkel einzunehmen, neue Verhaltensweisen auszuprobieren, ohne daß wir uns daneben Opus-Dei-mäßig noch selber geißeln müssen? 

Seit Baby sich angekündigt hat, verbringen wir uns gefühlt 24 Stunden am Tag in einem Veränderungsprozess. Wir beschäftigen uns jetzt mit Themen, die mir vorher zutiefst zuwider waren, tierisch Angst eingejagt haben (der Konsistenz körperlicher Flüssigkeiten, die genauen Details einer Geburt), oder einfach viel zu langweilig waren (Essens- und Schlafgewohnheiten zu besprechen).  Wir verbringen ungefähr 200%  mehr Zeit auf Flohmärkten als vorher, sowie in Läden (ob online oder 'live'), die mit Babyartikeln handeln. Wir verreisen viel weniger und sind als Familie richtig zur Ruhe gekommen.  

Ich hatte vorher nie Zeit, mir Gedanken darüber zu machen, ob und wann ich schreiben will, geschweige denn, einen Blog zu starten, wie ich es 2014 getan habe. Ich komme endlich wieder dazu, Bücher zu lesen, die nicht nur dem kompletten Ausgleich zu meinem Beruf dienen, heißt relativ leichte Lektüre sind. Versteht mich nicht falsch! Solche Bücher genieße ich immer noch, aber es ist auch ganz schön, wieder mal etwas 'schweres' verdauen zu können. 

Wir verbringen jeden Tag mit Aktivitäten, die sich vor einem Jahr noch nicht in unserem Gedankenrepertoire gefunden haben. Da stehen wir sicher nicht alleine da, und das hat sicher nicht nur damit zu tun, daß wir Nachwuchs bekommen haben. Ich denke, das Leben schmeißt uns auch so genug Futter für Weiterentwicklung entgegen, wenn man die Augen offen hält. Es muß ja auch nicht immer um die Körpermaße oder 'schlechtes' Verhalten gehen. Auch im Kopf kann man sich verändern, da bemerken es die andern nur vielleicht nicht sofort. 

Ob wir es wollen oder nicht, verbringen wir uns meistens in einem Veränderungsprozess irgendwelcher Art. 

Deswegen plädiere ich dafür, sich das Leben nicht schwieriger zu machen, indem man sich Themen vornimmt, die einem den Spaß am Leben nehmen. Ich ziehe den Hut vor Menschen, die gute Vorsätze richtig gut finden, und wünsche ihnen viel Spaß dabei. Den anderen, die sich mit diesen am Äußerlichen orientierten Folterinstrumenten nicht mehr abgeben wollen, schlage ich vor: laßt es einfach! Verändern wird sich in diesem Jahr sicher auch so genug. 

Oder, wenn es Euch dabei besser geht, formuliert Eure Wünsche für 2015. Ich bin ein großer Fan von Wünschen, denn sie fokussieren Dich auf das, was kommen könnte und auf das, was Du in der Zukunft willst und haben damit einen wesentlicheren Ausblick.

In dem Sinne, hier meine Wünsche, zu kleinen und großen, ernsten und nicht-so-ernsten Themen für 2015. Vielleicht helfen sie Euch ja, auch loszulegen. 

  1. Mein erster und wichtigster Wunsch für 2015 ist, das es meiner 'kleinen Familie', die dieses Jahr auch größer wird, weiter gut geht. 
  2. Daß wir ein gesundes Kind auf die Welt bringen. 
  3. Daß wir Baby gut unterstützen können mit der Veränderung, die sein Geschwisterchen bringen wird. 
  4. Daß mir mein Fernstudium so viel Spaß macht, wie es erhoffe, und ich dafür genug Zeit finde. 
  5. Daß meinem Mann sein Beruf weiter so viel Zufriedenheit gibt wie in 2014. 
  6. Daß ich weiter während der Schwangerschaft und dem Stillen das essen kann, was ich will, und mir keine Sorgen machen muß, ob ich nachher wieder das gleiche wiege wie vorher. Hat ja letztes Mal auch ganz gut geklappt, also bin ich guter Hoffnung! 
  7. Daß ich jetzt endlich soviel schwimmen gehen kann wie ich will - fehlende Übelkeit und Krankheit erlaubend - sodaß ich auch mal vergessen kann, daß ein gefühlt riesiger Bauch an mir klebt. 
  8. Daß ich es weiter schaffe, wieder mehr zu Meditieren, jetzt wo Baby im Kindergarten ist; und mit der gewonnenen Ruhe gelassener Richtung beruflicher Entwicklung nach Nummer 2 schauen kann. 
  9. Ich wünsche mir ganz viel Zeit mit meiner 'kleinen Familie', so wie letztes Jahr, denn nicht bereitet mir so viel Freude wir das. 
  10. Ich wünsche mir, daß alle meine Wünsche in Erfüllung gehen! 
In dem Sinne: einen guten Start ins neue Jahr!

PS.: Wer es bis jetzt noch nicht gemerkt hat: ich war in der Schule bevor die neue Rechtschreibreform in Kraft getreten ist. :) 

PPS.: This post is about my aversion to New Year's resolutions and my wishes for 2015. 

No comments:

Post a Comment