Monday, 8 December 2014

Expat Eltern (Serie 3) - Tanja von Tafjora erzählt von ihrem Leben in Südfrankreich

Heute leider etwas später als sonst, aber doch: das nächste Interview mit der wunderbaren Tanja vom Blog Tafjora, die erzählt, wie es ist, mit ihrer Familie in Frankreich zu leben. Ein schöner Einblick mal in die andere Richtung: nämlich als deutscher Expat in einem anderen Land, statt als Expat in Deutschland. 

Viel Spaß beim Lesen! 


Erzähle uns wie Du dazu gekommen bist, ein Expat Elternteil zu sein?Im März 2010, da war mein Löwenjunge gerade mal ein Dreiviertel Jahr, bekam mein Mann das Angebot für 3 Jahre nach Frankreich zu gehen. Das konnten wir kaum ablehnen. 
Zwischendrin hieß es dann mal für 5 Jahre, aber der Start zog sich in die Länge. 
2012 klappte es dann schließlich mit der Versetzung und dem Umzug, bis zum April 2015 dürfen wir noch bleiben. 
Meine Kinder sind jetzt 5 und 2 Jahre und haben einen kleinen Teil ihrer Kindheit in Südfrankreich verbracht. 

Wirkt sich die Tatsache, daß Du oder dein Partner Expats sind auf Euren Erziehungsstil aus?   
Nein, da hat sich nichts geändert, denn wir haben uns ja nicht verändert, wir sind aber auch beides Deutsche, vielleicht deshalb.

Was genießt Du am meisten am Expat-Dasein? Ich bin für diese 3 Jahre hier in Frankreich Vollzeitmama weil ich hier nicht arbeiten gehe. Meine Kinder sind 5 und 2 Jahre, ich finde das manchmal anstrengender wie die 43 Std Woche früher in meinem Job, aber ich genieße es, denn diese Zeit kommt nie wieder. 
Außerdem lebe ich da wo andere Urlaub machen, 800 m vom Meer entfernt, viel mehr Sonne und wärmere Temperaturen als in Deutschland UND die Menschen hier sind entspannter und freundlich hier. 

Was fällt Dir als Expat, bzw Expat Elternteil schwer? 
Die Familie fehlt und man ist einfach manchmal viel zu weit weg. Es hat etwas über ein Jahr gedauert bis wir hier richtig ankamen, Freunde fanden. Das wirkt sich auch auf die Beziehung aus, denn man hat nicht mal schnell einen Babysitter, vor allem weil ja den Kindern die Sprache fremd ist. 

Was würdest Du Eltern mitgeben, die überlegen, sich an das Expat-Dasein heranzuwagen?
Wir haben von Anfang an unseren Sohn (damals 3 Jahre alt) mit einbezogen. Er war dabei als wir in Frankreich verschiedene Häuser angesehen haben, wir haben im Vorfeld viel (kindgerecht) über's umziehen und Frankreich geredet und vorbereitet, was wirklich wichtig und hilfreich war. 
Das erste Jahr war alles nicht so einfach aber es hat sich gelohnt. Ich bin froh dass wir den Mut hatten, es zu tun und ich hoffe, dass meine Kinder nie vergessen werden, wie freundlich und herzlich wir "Ausländer" in Frankreich behandelt wurden. 
Das sind einfach Erfahrungen die uns keiner mehr nehmen kann. 


Tanja


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