Monday, 24 November 2014

Expat Eltern (Serie 3) - Alex von papaleaks

Ich freue mich sehr Euch in meinem heutigen Interview Alex von Papaleaks vorstellen zu dürfen - den zweiten Papa, der sich bereit erklärt hat, hier Rede und Antwort zu stehen. 

Viel Spaß bei dem interessanten Einblicken! 

Cary: Erzähle uns wie Du dazu gekommen bist, ein Expat Elternteil zu sein?
Alex: Wir sind eigentlich eine klassische Zwei-Sprachen-Familie in Deutschland. Ich wurde in Deutschland geboren und meine Muttersprache ist deutsch. Meine Frau wurde – als sog. Russland-–Deutsche – in Russland geboren und kam mit 17 Jahren nach Deutschland.
Als unsere Tochter zur Welt kam, war klar, dass sie beide Sprachen lernen soll. Nie wieder lernt sie eine zweite Sprache so einfach wie jetzt. Und warum sollten wir das Potential, dass bei uns zuhause beide Sprachen gesprochen werden können, nicht nutzen.
Da ich kein Russisch spreche, bringt das natürlich auch ein paar Problemchen mit sich. Bspw. die Frage, wie sprechen wir am Esstisch? Ich möchte mich ja nicht ausgegrenzt fühlen, wenn meine Frau mit unserer Tochter spricht. Wir versuchen das so pragmatisch wie möglich anzugehen. Meine Frau spricht immer mit ihr russisch – außer wir machen etwas zusammen. Dann ist es mehr ein Mischmasch – mal russisch, mal deutsch. Außerdem haben wir ja noch meine Schwiegereltern, die wir angehalten haben permanent russisch mit ihr zu sprechen.
Und bisher klappt das super. Sie versteht beide Sprachen gleich gut. Und sie lernt auch in beiden Sprachen viele neue Worte. Gefühlt würde ich sagen ist das Verhältnis etwa 60% deutsche, 40% russische Worte. Und das verschiebt sich derzeit ganz gewaltig in Richtung fifty-fifty.
Wirkt sich die Tatsache, dass Du oder dein Partner Expats sind auf Euren Erziehungsstil aus?
Vermutlich schon, wenn ich auch eher nicht beziffern kann, wie genau. Aber die Kindheits- und Jugenderfahrungen meiner Frau in Russland unterscheiden sich durchaus, bspw. kulturell, von meinen Erfahrungen, die ich als Kind und Jugendlicher gemacht habe. Und das schlägt sich auch in Ihren Ansichten nieder die wiederum ihren Erziehungsstil prägen.

Was genießt Du am meisten am Expat-Dasein?

Ich würde sagen, dass meine Tochter eine zweite Sprache spricht und so schon jetzt bspw. neben der Musik, die ich ihr näher bringen möchte, auch russische Lieder kennenlernt. Das bringt auch mir ganz neue musikalische Einsichten und Erlebnisse.
Außerdem ist es spannend zu sehen, wenn sie neue Worte lernt, ob sie zuerst das deutsche oder das russische Wort spricht.
Was fällt Dir als Expat, bzw. Expat Elternteil schwer?
Neue Worte immer gleich zu verstehen. Das kann schon auch mal Tage dauern, bis ich verstanden habe, dass das nicht nur Gebrabbel ist, sondern ein russisches Wort. Ich vermute, im Grundsatz geht es allen Eltern so bei neuen Worten. Bei mir kommt aber die Schwierigkeit mit einer Sprache dazu, die ich nicht spreche, sondern in der Geschwindigkeit zu verstehen lerne, in der meine Tochter lernt, sie zu sprechen.

Was würdest Du Eltern mitgeben, die überlegen, sich an das Expat-Dasein heranzuwagen?

Gehts locker an. Kein Druck. Alles kann, nichts muss. Wie ich schonmal in einem Gastbeitrag zu diesem Thema geschrieben habe, ist der Wunsch, dass sie zweisprachig aufwächst eben nur ein Wunsch. Wenn es nicht klappt, dann ist das so und für uns kein Beinbruch. :-)

No comments:

Post a Comment