Friday, 17 October 2014

Medienerziehung in der Familie - eine Blogparade von berlin mitte mom

Wir stehen was das Thema Medienerziehung angeht noch ganz am Anfang. Baby ist ein Jahr alt und von daher noch nicht so sehr im eigenständigen Kontakt mit Medien, oder Medienträger. Allerdings finde ich, man kann nicht früh genug anfangen, sich Gedanken zu diesem Thema zu machen, ähnlich wie man als Familie mit Zucker umgehen will, wie Anna so schön in ihrem Beitrag mit scoyo so schön beschreibt. 

In unserer Familie sind wir große Fans des Mittelwegs, vielleicht nicht der goldenen Mitte, die für alle paßt, aber der, die sich für uns drei richtig anfühlt. Wir handeln hier nach dem Prinzip der Intuition, sprich dem Bauchgefühl, wie es sich für uns bei Erziehungsthemen bis jetzt bewährt hat. 

Ich war als Schulkind etwas mollig. Eine 'Tante' unserer Familie hat mir und meiner Schwester Geld im Austausch gegen eine Woche ohne Süßes angeboten. Verlockend damals, habe ich mich eine ganze Woche lang zurück gehalten - eine Ewigkeit in der Zeitmessung eines Kindes -, um mich dann über den erhaltenen Gewinn zu freuen. Jetzt wo ich älter bin, frage ich mich, was  war der Sinn hinter der Aktion? Sollte sie mich gänzlich von Süßigkeiten entwöhnen? In einer Woche?! Mir gesunde Ernährung lehren? Die Erfolge des Verzichts- immerhin ein sehr beliebtes Konzept in dem damals erz-katholischen Österreich - beibringen? 

Was die Ernährung anging, war das wohl nicht passend, da ich von klein auf schon super gerne Salat aß und, wie meine Eltern gerne erzählen, bei einem Marktbesuch abwechselnd von einem Stück Schokolade in einer Hand und einem grünen Paprika in der anderen Hand abbiß. Vielleicht hat es mich aber doch etwas Genugtuung durch Verzicht gelehrt, denn als junger Teenager fand ich Gefallen am Abnehmen. So sehr, daß ich eine Zeit lang viel zu dünn war. 

Man kann vom Guten zu viel haben, allerdings sollten wir, meiner Meinung nach, nicht vergessen, daß es sich anfangs doch um etwas Gutes gehandelt hat. Auch Schokolade kann gut tun und für den Körper gut sein. Gerade im Zusammenhang mit einem gesunden Lebensstil, wird immer öfter festgestellt, daß wir von Schokolade auch profitieren können: sie löst Glücksgefühle aus, schützt in der Bittervariante unser Herz,und fördert die Erneuerung der Haut. Ohne Zucker läßt es sich auch schlecht leben. Eine ausgewogene Ernährung läßt auch Desserts zu.

Auch zum Thema Medienkonsum ist nicht Alles des Teufels. Meine Schwester und ich wuchsen mit amerikanischen Kindersendungen wie Sesame Street und Reading Rainbow auf. Zu Hause sprachen wir Englisch, und so war unser Fernsehpensum für englischsprachige Sendungen reserviert. Nicht nur, daß diese uns halfen, unser Englisch zu entwickeln, wir wurden dadurch auch an Konzepte wie Freundschaft, Nächstenliebe, Toleranz, sowie 'härtere' Themen wie das Alphabet, Zahlen und vieles andere in Unterstützung unserer Erziehung herangeführt. Sicherlich können solche Sendungen nicht eine gesunde Erziehung ersetzen, aber sie können sie bestärken und vielleicht sogar ergänzen, denn auch wir Eltern sind nicht perfekt. Die Computerspiele in unserem Haushalt beschränkten sich zum großen Teil auf 'erzieherisch wertvolle' Programme, wo man auch etwas lernen konnte. Sicher fand ich die Gameboys (jetzt zeigt sich mein Alter) der anderen Schulkinder super spannend und freute mich, auch mal Super Mario darauf spielen zu können. Hat es mir langfristig geschadet, keine Ballerspiele zu Hause spielen zu dürfen? Ich glaube nicht. 

Ähnlich verfolgten meine Eltern auch beim Thema Alkohol dem Prinzip der Moderation statt dem des kompletten Verbots, was vor allem bei Dingen, die Eltern weiter selber konsumieren dürfen, immer zu verstärkten Interesse der Kinder führt. Wir durften Alkohol probieren, wenn wir es wollten; wir haben zwar jedes Mal nur festgestellt, daß wir den Geschmack ausdrücklich 'bäh' fanden, aber wir fühlten uns erwachsen, weil wir probieren durften. Als die Zeit kam, zu der wir auch nach dem Gesetz trinken durften, hielt es nicht mehr die Faszination, die es für Jugendliche hielt, die bis dato in Abstinenz gelebt hatten. Diesem elterlichen Beispiel folgen Göttergatte und ich gerne.

Um auf den Medienkonsum zurückzukommen: nun haben wir einen kleinen Jungen und die Frage der Computerspiele wird sich in Zukunft irgendwann einmal sicher stellen. Auch heute schaut er schon fasziniert auf den Laptop, wenn Göttergatte oder ich daran arbeiten. Nein, wir verstecken unseren Medienkonsum nicht komplett vor ihm. Das wäre ja komplett welt- und unseren Gewohnheiten fremd. Er soll lernen, daß es auch solche Sachen gibt. Immerhin hat sein Papa einen tollen Beitrag zu einem neuen Smartphone geleistet. Als er gestern versuchte, sich eine Notiz auf seinem Arbeitslaptop zu machen, kam Baby rüber und tatschte voller Begeisterung auf der Tastatur herum, was die Notiz fast löschte. Ein paar Stunden später stellt Göttergatte fest, er braucht die Erinnerung gar nicht, denn die Idee würde nicht funktionieren. Baby hatte doch recht. Manchmal wissen Kinder mehr als wir glauben. 

Glaube ich, daß es in Zukunft einfach sein wird, immer zu wissen, was genug und nicht zu viel ist, oder zu wenig? Ich weiß es nicht. Verbietet man zu viel, wird es erst recht interessant, und ist auch nicht gesund für das Kind. Ein bißchen Süßes tut auch gut. Die Sesame Street DVDs haben wir schon, wenn er dann so weit ist. Ich freue mich schon, neben ihm in Erinnerungen zu schwelgen. Wie ich mit Ballerspielen umgehen werde, wenn er sie haben will, oder bei Freunden spielt? Ich weiß es noch nicht. Daran werden wir wohl näher der Zeit arbeiten. 

In der Zwischenzeit darf er gerne wissen, daß es eine Medienwelt gibt. Wenn +wir ++ 
BB+yC oder Sky News schauen, findet er die Musik
 zwischen den Beiträgen zum Kreischen lustig. Auch jetzt gerade hilft er mir beim Tippen, wie Ihr vielleicht sehen könnt. Ich glaube, er will mir sagen, ich habe mein Pensum für heute erreicht. :) Dann gehen wir jetzt mal spielen. 

Tschüss! 

Eure Cary

PS: This is a post on raising a child in the media-savy world we live in nowadays and how we approach that within our family.







No comments:

Post a Comment