Wednesday, 2 July 2014

Super Mom vs Jammermami - Was bist Du?

Es ist kein Geheimnis, durch die Mamablogsphäre geht ein großer Graben: die sogenannten Super Moms vs die Jammermamis. 

Zu beiden Themen gibt es unzählige Artikel, hier zwei als Beispiel: Jammermami, Super Mom (im herrlich überzogenen Sinn)oder in diesem Artikel, den überraschender Weise nie jemand kommentiert hat. Normaler Weise zieht dieses Thema eine regelrechte Schlammschlacht hinter sich. 

Allerdings merkt man anhand der Beispiele, daß es viel zu sagen gibt über beide Mamatypen gibt, anscheinend auch viel zu schimpfen, und Mamas sich eigentlich nur als eine zu outen wagen, nämlich die Jammermami, denn Super Mom zu sein, im nicht-satirischen Sinn, das ist mega-uncool. Denn die alles kontrollierende, ewig perfekte Mutter, liebende Partnerin.... der 50er, die will niemand mehr sein.  Vielmehr bekommt man beim Lesen eher den Eindruck, wenn man nicht kräftig mitjammert, wie anstrengend das Leben als Mama doch ist, dann ist man nicht authentisch und daher eine Super Mom, die allen vorheuchelt, sie habe alles im Griff. 

Wir haben das andere Ende des Pendelschwungs erreicht und cool ist es nur, authentisch und lauthals überfordert zu sein. 

Auf welcher Seite stehe ich? Ich weiß es nicht. Am liebsten, ich muß es zugeben, auf keiner, denn hier sind beide Optionen zu extrem. Ich kann Blogbeiträge in denen von Anfang bis Ende detailliert wird, wie anstrengend und schrecklich das Leben mit Kind ist, nicht lesen. Ich habe die Geduld leider nicht, was mich in mancher Augen vielleicht zu einem schlechten Menschen macht; dann ist es halt so. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, daß es so viele Kinder gibt, die ihren Eltern das Leben zur Hölle machen. Andererseits wird mir bei nichts schneller langweilig als bei den für Super Moms typischen Babyvergleich: Gesprächen, in denen durch gezielte Fragen erörtert wird, wie viel besser eigene Kind dieses oder jenes kann. 

Seien wir doch mal ehrlich: war die verlorene Nacht wirklich das Ende der Welt, oder erleidet unser Kind bleibende Schäden, wenn es am 1. Geburtstag keine perfekt Smashcake bekommt`?

Ich habe sicher nicht alles im Griff, und habe, ehrlich gesagt, auch nicht das Bedürfnis. Gleichzeitig fällt mir auch nicht viel ein worüber ich jammern könnte. Alles, was wir mit Baby erleben erscheint mir relativ normal. In unserer Elterngruppe wird regelmäßig eine Vorstellungsrunde mit 'was brennt Euch unter den Nägeln' gemacht und regelmäßig sitze ich dort und hoffe, daß die Runde es nicht zu mir schafft, denn mir fällt nichts ein. Vielleicht bin ich auch beratungsresistent, weil ich mir keinen Rat suche und mein eigenes Ding mache. Kann sein.... 

Vielleicht haben Göttergatte und ich auch einfach nur Glück gehabt. Unser Zwerg schläft seit er 2 Monate als ist regelmäßig durch, ißt gut - manchmal so gut, daß ich mich wundere, wo er das Alles hin packt - hat sich nach kurzer Vorführung bis-dato wieder vom Fremdeln erholt und ist relativ schnell wieder zu beruhigen, wenn etwas ist. Versteht mich nicht falsch, er ist kein perfektes Kind, obwohl wir, wie viele Eltern, da wahrscheinlich einen verklärten Blick haben. Er kann gut und laut schreien, hat Tage an denen ich seinen Blickwinkel nicht verlassen darf,er zahnt oder extrem gnatschig ist. 

Aber irgendwie wiegt das für mich nicht so sehr viel auf in der Balance der riesigen Grinser, die wir bekommen, dem Kichern und dem hinterher robben. Das wird sicher dann ein Problem, wenn er richtig merkt, wie sehr er mich um den Finger gewickelt hat, wenn er es nicht eh schon weiß.

Kann auch sein, daß wir sehr, oder manche würden sogar sagen zu entspannt sind: eine Freundin meinte vor kurzem sogar horizontal. Wenn ich das Essen nicht rechtzeitig warm bekomme, dann kriegt er es halt kalt. Essen tut er es in jedem Fall und seiner Verdauung (ein großes Thema in Deutschland) hat es bis jetzt noch nicht geschadet. Auch seine Milch wird angemischt mitgenommen auf unsere Spaziergänge, weil ich den Tammtamm um die Isolierflasche, das Pulver und das Vorortmischen nie verstanden habe. Viele denken sich jetzt sicher 'das arme Kind'.....

Vielleicht ist es auch leichter entspannt zu sein, weil ich nicht mehr in den Zwanzigern bin. Mein Zwanziger-ich wäre sicher nervöser gewesen.... vielleicht ist es auch, weil wir schon zwei Engel verloren haben, und das Einiges relativiert. 

Noch scheint es Baby sehr gut zu gehen. So lange das der Fall ist, plädiere ich für intuitives Elternsein und die Freiheit von Titeln wie Super Mom oder Jammermami und wünsche allen Eltern da draußen viel Spaß und Zen.


PS: This article is about my view on Super Moms vs Jammermamis (loose translation Complainimommy). 

No comments:

Post a Comment