Tuesday, 13 May 2014

Auch Erwachsene brauchen Grenzen!

Viel wird in der Fachliteratur darüber geschrieben, ob und wie oder daß man Kindern grenzen setzen soll, muß oder kann. Viel wird diskutiert, wie zu jedem Thema, das mit Erziehung zu tun hat. Wenig wird darüber nachgedacht, daß vor allem Eltern auch Grenzen brauchen; Grenzen zum eigenen Schutz, Grenzen, um respektvoll miteinander umzugehen, Grenzen zum Wohle Aller.

Inspiriert zu diesem Thema hat mich der Leserartikel von Janina alias Herzmutter auf herzmutter.de und die Reaktionen darauf, die ich nur überflogen habe. Überflogen, weil sie ganz zu lesen sicherlich jedes frischgebackene Elternteil in eine tiefe Depression gestürzt hätte.  Auf die Autorin wurde losgegangen wie auf Frischwild in der Jagdzeit, mit allen erdenklichen Mitteln vom Gezeter, zur tiefsten Verurteilung, vom Oberlehrer, zum Menschenhasser. Ein paar nette, tolerante Worte der Unterstützung waren leider die Ausnahme.

Wie kommt es dazu, daß Menschen, gerade beim Thema Kinder und Erziehung, so leicht zu der einfachsten Reaktion, der Verurteilung, greifen? Sicher, es ist einfacher, zuerst zu entscheiden, was der Andere falsch macht, auch wenn das heißt, daß das Getane lediglich anders von der eignen Vorgehensweise ist. 

Aber mit welchem Recht wird entschieden, was gute und was schlechte Erziehung ist? Denn wir sprechen hier nicht von grundlegenden rechtlichen Fragen, aber von Themen wie Baby-Led-Weaning, Schnuller oder kein Schnuller, Stillen oder nicht und wie lange, Kindergarten ja oder nein, und in welchem Alter etc...

Welche Nuance der Erziehung ist nun die 100% richtige? Zu jedem Thema läßt sich mit Leichtigkeit eine Expertenaussage oder eine Studie finden, die die eigene Meinung untermauert oder unterwandert. Also, wenn selbst die erkorenen Experten sich nicht einigen können, warum müssen wir alle einer Meinung sein? Warum bringen wir unseren Kindern Toleranz gegenüber anderen Lebensweisen, anderem Aussehen,anderem Verhalten bei, nur um untereinander Intoleranz wallten zu lassen?

Wir müssen nicht die Kinder anderer erziehen. Ich persönlich habe genug damit zu tun, mich um mein Kind zu sorgen. Sicherlich gibt es genug Momente, in denen auch in mir das intolerante Monster hochkommt, aber wem bringt das denn was? Eine Verurteilung hinterläßt immer Spuren, bei mir und dem Verurteilten/der Verurteilten. Davon habe wie beide wenig. 

Eine Erfahrung, die ich gemacht habe, und vielen anderen wünsche: Seit dem Baby auf der Welt ist, hat sich bei mir, völlig unerwarteter Weise, denn ich mach mir sonst gerne Sorgen über alles Mögliche, eine gewisse Grundzufriedenheit eingestellt; eine Art Sicherheit, daß ich, solange es meinem Baby gut geht, ich sicherlich nicht so viel falsch mache. Fehler mache ich sicher, das läßt sich nicht vermeiden. Aber davon höre ich sicherlich genug, wenn der Kleine erst mal Teenager ist. 

Perfekte Eltern sind, meiner Meinung nach, auch sehr unsichere Eltern. Unsicherheit kann für viel Unruhe sorgen. Gönnen wir uns doch alle ein bißchen mehr Ruhe und Zufriedenheit, indem wir uns auch als Eltern Grenzen setzen. Grenzen um uns und andere zu schützen, auf das unsere Welt eine zufriedenere wird. 

PS: This article is about boundaries, and how we, as parents, can benefit from setting ourselves and others boundaries as well as our children.

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